Hager Group Feldtest liefert Erkenntnisse für das Energiesystem der Zukunft
Bidirektionales Laden im Alltag erprobt
Zwei Jahre, zehn Haushalte, rund 10 Terabyte an Daten: In einem Feldtest hat die Hager Group gemeinsam mit ihrer Tochtermarke E3/DC und Audi untersucht, wie bidirektionales Laden in der Praxis funktioniert.
Im Feldtest konnte das Team der Hager Group zeigen: Bidirektionales Laden bringt messbare Vorteile und eröffnet neue Ansätze für die Integration erneuerbarer Energien und autarke Energieversorgung.
Besonders effizient erwies sich der von der Hager Group entwickelte „Shift-Mode“, bei dem die Energie aus der Autobatterie zunächst in den stationären Speicher umgeladen wird. Die Entladevorgänge mit konstant 4,5 Kilowatt reduzieren die Aktivzeit des Fahrzeugs um 85 Prozent und schonen damit die Fahrzeugbatterie und -elektronik .
Auch saisonale Unterschiede traten klar hervor: Bidirektionales Laden im Vehicle-to-home (V2H)-Betrieb ist vor allem im Frühjahr und Herbst besonders nützlich, um zum Beispiel in der Übergangszeit den zusätzlichen Strombedarf einer Wärmepumpe zu decken.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Analyse des Nutzerverhaltens. Die Teilnehmer steckten ihre Fahrzeuge im Schnitt an 60 Prozent der Tage an die Ladesäule an, meist in Erwartung hoher PV-Erträge. Ein angepasstes Ansteckverhalten des Ladekabels ist erforderlich, da bidirektionales Laden dann den größten Nutzen bringt, wenn Fahrzeuge regelmäßig an die heimische Wallbox angeschlossen werden. Das heimische Energiemanagement entscheidet dann, wo die PV Energie am sinnvollsten im Gebäude eingesetzt wird.
„Bidirektionales Laden ist eine Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Unser Feldtest hat gezeigt, dass es echten Nutzen für Haushalte und das Energiesystem bringt, Autobatteriespeicher in die Stromversorgung zu integrieren. Gleichzeitig haben wir gelernt, wie wichtig Nutzerverhalten, einfache Bedienung und intelligente Algorithmen für den Erfolg sind“, sagt Ulrich Reiner aus der Innovationsabteilung der Hager Group.
Mehr als 7.000 Kilowattstunden wurden aus Fahrzeugbatterien ins Haus oder in den Speicher zurückgeführt. Das entspricht zwei Jahren Strom für ein Einfamilienhaus oder knapp 30.000 Kilometern Reichweite im Audi e-tron oder ca. 450.000 Smartphone Ladungen. Insgesamt wurden rund 10 Terabyte an Daten erfasst, darunter Ladeprofile, Energieflüsse und Nutzerverhalten.
Die im Feldtest gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Technologie ein. 2024 hat die Hager Group Marke E3/DC bereits die erste TÜV-zertifizierte Kombi-Lösung für bidirektionales Laden auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Neue V2X-Produktangebote stehen in den Startlöchern und sind für das kommende Jahr geplant. Die nächsten Schritte sind vorbereitet, um die Technologie in die Breite zu bringen und ihren Beitrag zur Energiewende weiter zu verankern.
Weitere Informationen finden Sie hier.
Fotocredit: © Hager Group
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