Klimaschutztag 2026: Wirtschaft stärken und Zukunft sichern
Rund 150 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft diskutierten in Berlin über Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung – drei neue Klimaschutz-Unternehmen ausgezeichnet
Berlin, 14. Oktober 2026. Wie können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken und gleichzeitig den Weg zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft vorantreiben? Unter dem Leitmotiv „Wirtschaft stärken. Zukunft sichern.“ kamen beim Klimaschutztag 2026 der Klimaschutz-Unternehmen e. V. rund 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Bundesministerien und Wissenschaft zusammen.
Im Mittelpunkt standen drei Themen, die für die Klimaschutz-Unternehmen zusammengehören: Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung. Mit fünf Praxisbeispielen aus dem industriellen Mittelstand zeigten Unternehmen, wie sie ihre Energieversorgung und Produktionsprozesse verändern, wie die SPALECK GmbH & Co. KG bei der Transformation des eigenen Produktionsstandorts, oder Ressourcen effizienter nutzen und Kreisläufe schließen, wie die E.H. Worlée & Co. (GmbH & Co.) KG. Mit der KWS Group wurde zudem deutlich, welche Rolle Klimaresilienz für Unternehmen spielt und wie wichtig es wird, Standorte und Lieferketten auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Gemeinsam mit Politik und Wissenschaft diskutierten sie, was es braucht, damit diese Lösungen wirtschaftlich tragfähig werden und in die breite Anwendung kommen können.
Dabei setzte der Klimaschutztag nicht allein auf Impulse und Podiumsdiskussionen. In interaktiven Breakouts vertieften die Teilnehmenden Fragestellungen aus Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft und brachten ihre eigenen Erfahrungen ein.
Das Thema Klimaanpassung begleitete die Teilnehmenden über den gesamten Veranstaltungstag: In einer Befragung ging es darum, wie systematisch sich Unternehmen bereits mit Klimarisiken beschäftigen, welche Folgen des Klimawandels für sie besonders relevant sind und wo Hemmnisse liegen. Die Ergebnisse flossen in das gemeinsame Fazit des Tages ein.
Welche politischen Voraussetzungen Unternehmen dafür benötigen, unternehmerischen Klimaschutz in ihrer Wettbewerbsstrategie zu verankern, war eine zentrale Frage des Tages.
Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie:
„Klimaschutz wird dann zum Wettbewerbsvorteil, wenn Unternehmen investieren und Innovationen in Wertschöpfung übersetzen können. Dafür braucht es verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen. Die Klimaschutz-Unternehmen zeigen mit konkreten Lösungen, wie Investitionen in Energieeffizienz, moderne Technologien und resiliente Prozesse Kosten senken, Innovation vorantreiben und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärken können“
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gehört gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zu den drei Initiatoren der Klimaschutz-Unternehmen.
Markus Gallander, Leiter der Abteilung Grundsatzfragen im BMUKN:
„Unternehmen sind entscheidende Akteure auf dem Weg zu einer klimaneutralen und resilienten Wirtschaft. Dabei geht es längst nicht mehr allein um die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Ein effizienter Umgang mit Rohstoffen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels werden für Unternehmen zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Die Klimaschutz-Unternehmen zeigen, wie diese Herausforderungen ganz konkret schon heute angegangen werden.“
Inhaltlich spannten die Diskussionen den Bogen von einer verlässlichen und bezahlbaren Energieversorgung über Ressourcensicherheit und zirkuläre Geschäftsmodelle bis zur Resilienz von Standorten und Lieferketten. Beim Klimaschutz standen unter anderem Energieeffizienz, Elektrifizierung und erneuerbare Energien im Fokus. Die Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH zeigte, wie sich unterschiedliche Energieflüsse am eigenen Produktionsstandort zu einem integrierten Energiesystem verbinden lassen. Bei der Kreislaufwirtschaft ging es darum, wie zirkuläre Lösungen vom technisch Machbaren in wirtschaftlich tragfähige und marktfähige Geschäftsmodelle überführt werden können. Bei der Klimaanpassung richtete sich der Blick auf konkrete Klimarisiken, notwendige Vorsorge und die langfristige Sicherung von Unternehmensstandorten und Geschäftsmodellen. Die MPG Mendener Präzisionsrohr GmbH zeigte, wie aus einer Klimarisikoanalyse konkrete Anpassungsmaßnahmen am eigenen Standort entstehen können.
Peter Adrian, Präsident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK):
„Betrieblicher Klimaschutz ist längst Teil der meisten Unternehmensstrategien. Entscheidend ist jetzt, dass aus Zielen wirtschaftlich tragfähige Investitionen werden. Dafür brauchen Unternehmen wettbewerbsfähige Energiepreise, verlässliche Rahmenbedingungen und belastbare Grundlagen für ihre Transformationsentscheidungen.“
Zum Abschluss wurden die Erkenntnisse aus Panels, Breakouts und Teilnehmendenbefragung zusammengeführt. Dabei wurde deutlich: Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung gehören zusammen – ihr Zusammenspiel zahlt elementar auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen ein.
Julia Eckey, Geschäftsführerin, Klimaschutz-Unternehmen e. V.:
„Unsere Mitgliedsunternehmen gehen voran. Unternehmerischer Klimaschutz ist Teil der betrieblichen Praxis und rechnet sich. Beim Klimaschutztag bringen wir die Erfahrungen aus Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung zusammen, lernen voneinander und diskutieren mit Politik und Wissenschaft, wie aus guten Lösungen noch mehr Wirkung entstehen kann.“
Drei neue Klimaschutz-Unternehmen ausgezeichnet
Neben den Diskussionen zu Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung prägten zwei weitere Programmpunkte den Austausch zwischen unternehmerischer Praxis und Politik. Das BMWE zeichnete drei neue Klimaschutz-Unternehmen aus. Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, überreichte die Urkunden an die LÜDECKE GmbH, die Ralf Bohle GmbH und die Vorwerk SE & Co. KG. Mit den drei Unternehmen wächst die Exzellenzinitiative weiter und gewinnt zusätzliche Erfahrungen und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Branchen.
Die neuen Mitglieder setzen unterschiedliche Schwerpunkte: LÜDECKE unter anderem bei der Energieversorgung und -steuerung der eigenen Produktion, Ralf Bohle mit der Marke Schwalbe bei Rücknahmesystemen und dem Einsatz recycelter Materialien und Vorwerk bei der Kreislaufwirtschaft und bei langlebigen und reparierbaren Produkten.
Erfahrungen aus der Praxis an die Politik
Die Übergabe der neuen Publikation „KLIMASCHUTZ OHNE UMWEGE: Wie Unternehmen Genehmigungsverfahren in Deutschland meistern“ knüpfte an den Austausch zwischen Unternehmen und Politik an. Die Klimaschutz-Unternehmen übergaben die Publikation an Stefan Rouenhoff für das BMWE und Markus Gallander für das BMUKN.
Die Publikation bündelt Erfahrungen von Mitgliedsunternehmen mit Planungs- und Genehmigungsverfahren anhand konkreter Transformationsprojekte. Sie zeigt, auf welche Hemmnisse Unternehmen bei der Umsetzung stoßen, welche Ansätze in der Praxis funktionieren und welche Erkenntnisse sich daraus für bessere Rahmenbedingungen ableiten lassen. Für Rückfragen und vertiefende Gespräche können alle acht in der Publikation vertretenen Unternehmen über die Klimaschutz-Unternehmen kontaktiert werden.
Download: „Klimaschutz ohne Umwege“
Klimaschutz-Unternehmen e. V. ist ein branchenübergreifendes Unternehmens-Netzwerk der deutschen Wirtschaft, das sich mit innovativen Lösungen für das Erreichen der klimapolitischen Ziele Deutschlands einsetzt. Auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) und der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) gegründet, gehören dazu heute 72 Unternehmen aller Branchen und Größen.
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