Wege zum Nachhaltigkeits-Reporting mit KI
Projektzeitraum
Entdecken Sie, wie Künstliche Intelligenz (KI) Ihr Unternehmen beim betrieblichen Klimaschutz unterstützt. Im Projekt „Wege zum Nachhaltigkeitsreporting mit KI“ kooperiert der Verband Klimaschutz-Unternehmen mit der Universität Kassel. Gemeinsam begleiten wir Unternehmen dabei, Nachhaltigkeitsdaten zu erfassen und zu verarbeiten. Elf innovative Firmen, darunter zwei Klimaschutz-Unternehmen, nehmen am Projekt teil.
Idee und Ziel
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung ist für Unternehmen komplex. Die Erfassung, Berechnung und Bewertung von Umweltindikatoren wie Treibhausgasemissionen ist ein zeitaufwändiger Prozess, der Personal bindet. Besonders aufwendig ist der Prozess bei indirekten Emissionen, die durch Prozesse in der Wertschöpfungskette entstehen. Diese werden nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll), dem internationalen Standardwerk zur Treibhausgasbilanzierung, als Scope 3-Emissionen bezeichnet. Die Informationen dazu sind meist in verschiedenen Systemen, Tabellen oder Quellen gespeichert, was die Auswertung erschwert.
Um Abhilfe zu schaffen, haben der Verband Klimaschutz-Unternehmen und das Fachgebiet Umweltgerechte Produkte und Prozesse (upp) der Universität Kassel ein Projekt initiiert. Fokus sind Emissionen aus eingekauften Waren und Dienstleistungen sowie Kapitalgüter eines Unternehmens, die nach GHG-Protokoll in Kategorie 1 und 2 von Scope 3 erfasst werden. Mit 70-90 % machen Scope 3-Emissionen den größten Anteil der Emissionen von Unternehmen aus.
Es wird eine Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt, die Einkaufsdaten automatisiert aufbereitet und in verwertbare Informationen (Gewicht, Materialzusammensetzung und Rohstoffarten) übersetzt. Durch die Koppelung mit einer Datenbank wird eine weitgehend automatisierte Berechnung der Emissionen ermöglicht.
Das KI-Modell berücksichtigt nicht nur Einkaufsdaten und Produktinformationen, sondern auch Lieferantendaten, um Materialbestandteile und Rohstoffe genauer zuzuordnen. Es wird ein Prototyp entwickelt, der sich durch unternehmensspezifische Daten trainieren und anpassen lässt.
Inhalte und Umsetzung
Das Projekt setzt auf einen klaren Dreiklang: praktikable Lösungen, messbarer Unternehmensnutzen und industrielle Skalierbarkeit.
Zum Start legten die Partner in einem Workshop fest, welche Produkte und Dienstleistungen priorisiert werden sollen und welche Anforderungen an Daten bestehen. Aus ersten Testdaten entwickelt das Team des upp an der Universität Kassel einen KI-Prototyp, der automatisch Emissionen berechnet und die Ergebnisse mit klassischen Berechnungsmethoden abgleicht. Unklare oder komplexe Fälle werden manuell ergänzt, um die KI zu verbessern. Sukzessive fließen weitere Daten von Unternehmen, Produkten und Lieferanten ein, damit die Berechnungen präziser werden. Bei Bedarf kann die KI auf weitere Emissionskategorien ausgeweitet werden. Am Ende erhalten alle teilnehmenden Unternehmen Zugang zur KI-Plattform, mit der sie ihre Scope-3-Emissionen auch künftig effizient erfassen können.
News
Dieses Potenzial steckt in KI-gestützter Scope 3-Erfassung
Erste Projektergebnisse
Nach sieben Monaten Laufzeit präsentieren die Projektpartner Klimaschutz-Unternehmen und das Fachgebiet umweltgerechte produkte und prozesse (upp) der Universität Kassel erste Ergebnisse ihres Kooperationsprojekts „Wege zum Nachhaltigkeitsreporting mit KI“. Ziel des Projekts ist, die Erfassung von Treibhausgasemissionen in Scope 3 für die Kategorie 1 deutlich zu vereinfachen. Hierzu entwickeln die Partner eine KI-gestützte Methode, die Einkaufsdaten automatisiert in klimarelevante Informationen wie Materialzusammensetzung oder Rohstoffarten übersetzt. Die bisherige Projektarbeit zeigt: Mit der KI können Unternehmen bei der Analyse von Scope 3.1-Daten 80 % Zeit sparen.
Kontakt
Universität Kassel
Projektleiter
Klimaschutz-Unternehmen
Projektkoordinatorin
Projektpartner