Wege zum zirkulären Geschäftsmodell
Projektzeitraum
Das von der Deutschen Bundestiftung Umwelt (DBU) geförderte Projekt analysierte mit 13 Unternehmen, darunter zehn Klimaschutz-Unternehmen, Zielkonflikte zwischen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz. Unterstützt durch den Verband Klimaschutz-Unternehmen und das Fachgebiet Umweltgerechte Produkte und Prozesse (upp) der Universität Kassel, erarbeiteten sie Lösungsansätze für die Umstellung auf zirkuläre Geschäftsmodelle.
Idee und Ziel
Kreislaufwirtschaft schont Ressourcen und fördert Klimaschutz. Doch es gibt Zielkonflikte: Wenn Unternehmen effiziente, langlebige Produkte entwickeln, verlängern sie deren Nutzungsdauer. Die Emissionen sinken, das schützt das Klima. Doch werden diese Produkte stärker nachgefragt und dementsprechend mehr produziert, steigen die unternehmensinternen Emissionen. Unter Umständen wird es für Betriebe schwieriger, ihre absoluten Reduktionsziele zu erreichen.
Zirkuläres Wirtschaften kann auch im Widerspruch zu vorgeschriebenen Recyclingquoten stehen: Langlebige Produkte werden länger genutzt, Bauteile oder Rohstoffe später recycelt oder wiederverwendet. Da Unternehmen gesetzlich vorgeschriebene Recyclingquoten erfüllen müssen, haben sie wenig Anreize, langlebige Produkte zu entwickeln. Paradoxerweise kann Kreislaufwirtschaft damit genau das hemmen, was sie eigentlich fördern soll: langlebige Produkte.
Gemeinsam analysierten die beteiligten Unternehmen mit Unterstützung der Wissenschaft die Herausforderungen bei der Transformation von linearen auf zirkuläre Geschäftsmodelle und erarbeiteten Lösungsansätze. Ihre Erkenntnisse flossen in eine digitale Entscheidungshilfe und Empfehlungen ein, die Unternehmen den Einstieg in die Transformation erleichtern sollen.
Inhalt und Umsetzung
Im Projekt wurden Anwendungsfälle aus verschiedenen Branchen wie Abfall, Kunststoff, Logistik, Medizin, Metall oder Textil betrachtet. Intensiver untersuchten die Partner Kunststoffe, Metalle und Textilien mit dem Kunststoffverarbeiter Pöppelmann, dem Oberflächenverzinker ZINQ und dem Textilreinigungsunternehmen Schäfer Mietwäsche.
Auf Basis unternehmensspezifischer Daten wurden in die Zukunft gerichtete Ökobilanzen erstellt, die verschiedene Szenarien für Emissionsfaktoren und CO2-Bepreisung berücksichtigen. Für die Unternehmen wurde nachvollziehbar, wie mit diesen Analysen die Umweltauswirkungen von einzelnen Maßnahmen bei der Entwicklung, Produktion, Nutzung und Rückführung von Produkten messbar gemacht werden können.
Gemeinsam mit den Projektunternehmen erarbeiteten die Partner außerdem, wie sich ihre Daten für die Nachhaltigkeitsberichterstattung nutzen und in Digitale Produktpässe (DPP) integrieren lassen – ein Instrument, das über die EU-Ökodesignrichtlinie künftig auch für deutsche Unternehmen verpflichtend wird. Dafür analysierten sie, welche Informationen benötigt werden und bereiteten die Daten entsprechend auf.
Aus den Erkenntnissen zu Zielkonflikten und Lösungsansätzen leiteten die Partner gemeinsam mit den Unternehmen Handlungsempfehlungen ab für Betriebe, die ihre Geschäftsmodelle transformieren wollen, aber noch am Anfang stehen. Sie können auch das entwickelte digitale Tool nutzen, das Vorschläge zu geeigneten Maßnahmen macht, die auf Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz einzahlen. Die erste Version richtet sich vor allem an die Branchen Kunststoff, Oberflächentechnik sowie Textil. Bis auf weiteres können Unternehmen das Tool kostenlos nutzen.
News
Kreislaufwirtschaft braucht Zusammenarbeit
Projekt gibt Empfehlungen und präsentiert neues Tool
Mit 13 Unternehmen analysierten der Verband Klimaschutz-Unternehmen und die Universität Kassel in einem DBU-geförderten Projekt, wo Zielkonflikte zwischen Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz entstehen – und wie sie sich lösen lassen. Das Ergebnis: konkrete Handlungsempfehlungen und ein digitales Tool für Betriebe, die ihre Geschäftsmodelle transformieren wollen. Empfehlungen und weitere Ergebnisse finden Sie im Download.
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Kontakt
Universität Kassel
Projektleiterin
Seit März 2026:
Universität Paderborn
Fachgebiet Energie-
systemtechnik
Klimaschutz-Unternehmen
Projektleiterin
Projektpartner