Irlbacher – Energie ganzheitlich nutzen
Mit Mut und Erfindergeist zu nachhaltigen Lösungen für eine verantwortungsvolle Ressourcennutzung
Seit 90 Jahren ist die Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH führend im Bereich der technischen Glasbearbeitung. Mit eigenen Technologien entwickelt und fertigt die familiengeführte Unternehmensgruppe für internationale Marktführer trendsetzende und qualitativ hochwertige Produktlösungen. Diese finden ihre Anwendung in den Bereichen Medizintechnik, Gebäudetechnik, Hausgerätetechnik sowie in der Beleuchtung, dem Maschinenbau und der Kaminofenindustrie. Irlbacher setzt sich bereits seit 1990 für den Klimaschutz ein und entwickelt nachhaltige Lösungen, um den verantwortungsvollen Umgang mit notwendigen Ressourcen für die eigenen Prozesse in der Fertigung zu gewährleisten.
Mit 80 % Eigenstromproduktion und einem intelligenten Konzept zur Speicherung ist Irlbacher auf einem guten Weg hin zur CO2-Neutralität. Die zusätzliche Nutzung von KI mit einem eigens programmierten Monitoringsystem unterstützt die effiziente Überwachung und Steuerung aller anfallenden Energieflüsse.
730
TonnenCO2e-Einsparung
Durch Inbetriebnahme der eigenen PV-Dachanlage konnten wir 2024 insgesamt 512 t CO2e-Emissionen einsparen.
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Wissenswertes
Das BHKW wurde als Hauptversorgungs- und Verteilerzentrale für alle benötigten Energiemedien gebaut und ist seit 2019 in Betrieb. Es beinhaltet 3 Motoren mit elektrischer Gesamtleistung von 999 kW. Die Thermische Leistung liegt bei ca. 1.400 kW. Die Abwärme wird ausgekoppelt und genutzt für die Erwärmung von Thermoöl, welches effizient als Wärmequelle zu Trocknungszwecken in der Fertigung eingesetzt wird. Zukünftig ist geplant das BHKW mit Biogas und Biomethan aus der näheren Umgebung zu betreiben.
Für ein Trocknungsverfahren von Siebdruckfarben auf Glassubstraten wurde mit der Thermoöl-Heißluft-Trocknung ein eigenes Verfahren entwickelt, welches den Energiebedarf im Trocknungsprozess um ca. 70 % verringert. Weitere Energieeinsparungen ergeben sich aus dem geringeren Platzbedarf. Für die neuen verkürzten Siebdruckanlagen werden nur noch etwa 42 % der vorherigen Reinraum-Flächen benötigt. Im Ergebnis können allein durch dieses Verfahren unsere CO2-Emissionen um 80 % reduziert werden.
Für die Nutzung des später selbst erzeugten Solarstroms und zur weiteren Verwertung überschüssiger Wärme, wurde neben dem BHKW eine Absorptionskältemaschine installiert. Für eine Kälteleistung von 500 kW werden ca. 610 kW Wärme benötigt. Das Verhältnis der erzeugten Kälteleistung zur zugeführten Antriebswärme (COP) liegt bei ca. 0,82. Für den Sommerbetrieb kommen adiabate Rückkühlwerke zum Einsatz und für den Winterbetrieb reicht die freie Kühlung aus.
Mit einer eigenen PV-Dachanlage, die stufenweise bis zu einer Gesamtleistung von 2,1 MWp ausgebaut wurde, produziert Irlbacher seit 2023/24 bereits etwa 80 % des Strombedarfes für das gesamte Unternehmen selbst. Ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 685 kWh sorgt dafür, dass der erzeugte Strom auch bedarfsorientiert nutzbar wird. Überschüssiger Strom wird zum jeweils bestmöglichen Preis in das öffentliche Netz eingespeist.
Strom, Wärme, Hitze, Kälte, Luft, Druckluft, Vakuum, Wasser, Speichersysteme – all diese Sektoren werden bei Irlbacher über ein eigenes Monitoring-System in Echtzeit gesteuert und überwacht. Dank der KI-gestützten Software FlexA von Consolinno werden unsere Energiesysteme seit 2024 mit Hilfe von Data Science analysiert und überwacht. So können Prognosen erstellt werden und geplante Produktionsabläufe gezielt an den besten Bedingungen für die Verfügbarkeit erneuerbarer Energien angepasst werden.