KWS – Mit Kälte und Wärme zum Klimaziel
Eine innovative Kältezentrale, Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnung stärken den betrieblichen Klimaschutz
1856 in Klein Wanzleben gegründet, zählt KWS heute zu den führenden Pflanzenzüchtungsunternehmen weltweit – mit rund 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in mehr als 70 Ländern. Als familiengeprägtes Unternehmen in siebter Generation steht KWS für Weitblick, Unabhängigkeit, Verlässlichkeit sowie Nähe zu Kundinnen und Kunden.
Kernkompetenz von KWS ist die Züchtung ertragsstarker Sorten für die Landwirtschaft, die an regionale Verhältnisse angepasst sind und den Herausforderungen des Klimawandels – wie verstärkter Trockenheit oder einem wachsenden Krankheits– und Schädlingsdruck – trotzen. Zuckerrübe, Mais, Getreide, Gemüse, Raps und Sonnenblume bilden die Schwerpunkte des Portfolios.
Nicht nur mit Blick auf die eigenen Produkte, sondern auch beim betrieblichen Klimaschutz verfolgt KWS ambitionierte Nachhaltigkeitsziele: Bis 2030 sollen die Scope 1- und 2-Emissionen am Unternehmenssitz in Einbeck um 50 % sinken. Dazu setzt das Unternehmen auf eine Vielzahl von Maßnahmen – wie z.B. die Nutzung innovativer Kälte- und Wärmetechnik.
10.000
TonnenCO2e-Einsparung
Einer der wichtigsten Einsparungsmaßnahmen in den kommenden Jahren ist der vollständige Ersatz von Erdgas in Deutschland durch Biomethan. Hieraus ist eine Einsparung von bis zu 20% der globalen Scope 1+2 Emissionen zu erwarten. Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Maßnahmen.
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Wissenswertes
KWS betreibt am Standort Einbeck fast 20.000 m² vollklimatisierte Gewächshausfläche für die Forschung und die Entwicklung neuer Sorten. Für die Klimatisierung ist eine große Menge an Kälte- und Wärmeenergie erforderlich, zudem verbraucht die LED-Beleuchtung für verschiedene Lichtspektren viel elektrische Energie. Um diesen Bedarf effizient und nachhaltig zu decken, betreibt KWS seit längerem eine eigene Energiezentrale am Standort, die neben Strom auch Wärme und Kälte in Kraft-Wärme-Kältekopplung (KWKK) erzeugt.
Auf das Prinzip Kraft-Wärme-Kältekopplung zu setzen, ist für KWS aber nur der erste Schritt. Um größtmögliche Effizienz zu erzielen, wird das Zusammenspiel zwischen Wärme-, Kälte- und Strombedarf gesamtheitlich betrachtet und während des Betriebs kontinuierlich optimiert. Inzwischen kann das Unternehmen die Energieflüsse flexibel steuern - abhängig von Jahreszeit und Bedarf.
Photovoltaikanlagen zu betreiben, gilt längst nicht mehr als Best Practice – wohl aber die intelligente Steuerung des so erzeugten Stroms. KWS lenkt die Energieflüsse je nach Anforderungen und Prognosen und entscheidet beispielsweise situationsabhängig, ob der Kältebedarf über die Kraft-Wärme-Kältekopplung (KWKK) oder strombasiert aus überschüssigem PV-Strom gedeckt wird. Da sich veränderte KWK-Laufzeiten auf die Strom- und Wärmeerzeugung auswirken, kommt ein komplexes Modell zum Einsatz, um die beste Entscheidung zu treffen.
Die Saatgutproduktion umfasst energieintensive Trocknungsprozesse mit erwärmter Luft, bei denen teilweise toxische Stoffe abgesaugt werden müssen. Eine konventionelle Kreislaufführung und Wärmerückgewinnung sind deshalb nicht möglich. Durch gezieltes Engineering hat KWS ein Konzept für die Produktionsanlage für Zuckerrübensaatgut in Einbeck entwickelt – weltweit die Größte ihrer Art. Trotz der Notwendigkeit von Spezialfiltern kann so der Großteil der Wärme aus der toxischen Abluft zurückgewonnen werden.
Das Ziel, neue Gebäude energieeffizient zu errichten, ist leicht formuliert. Doch gerade, wenn die geplanten Prozesse einen hohen Bedarf an Prozesswärme und -kälte besitzen, sind die Optionen in der Realität oft begrenzt. Der 2025 fertiggestellte „Elitespeicher“ in Einbeck dient nicht nur als Saatgutlager für bis zu 1,3 Millionen Saatgutpartien, sondern zugleich auch als Produktionskomplex. Um den hohen Wärmebedarf nachhaltig zu decken, entwickelte KWS einen kreativen Ansatz.
Bereits seit einigen Jahren existieren Konzepte zur Energiegewinnung aus Klärabwässern. Auch befinden sich bereits größere Projekte in der Umsetzung. Diese beschränken sich jedoch meist auf Großanlagen und öffentliche Versorger, was nicht zuletzt an komplexen Vertragswerken und Genehmigungsverfahren liegt. KWS hat diesen Aufwand nicht gescheut und eine Wasser/Wasser-Wärmepumpe errichtet, die ihre Antriebsenergie aus den Abwässern einer 700 Meter entfernten Kläranlage bezieht.
KWS SAAT SE & Co KGaA
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