Unser Kooperationsprojekt „Wege zum Nachhaltigkeitsreporting mit KI“ führen wir gemeinsam mit dem Fachgebiet umweltgerechte produkte und prozesse (upp) der Universität Kassel und acht Projektunternehmen durch. Drei davon sind Klimaschutz-Unternehmen (KSU). Die Partner arbeiten an einer praxisnahen Lösung für die Erfassung von Treibhausgasemissionen für eingekaufte Waren und Dienstleistungen aus Scope 3, Kategorie 1. Ziel ist eine deutliche Vereinfachung, die Unternehmen Zeit spart.
Im Projekt wird eine KI-gestützte Methode entwickelt, die Einkaufsdaten automatisiert in klimarelevante Informationen wie Materialzusammensetzung oder Rohstoffarten übersetzt. So lassen sich Emissionen künftig schneller, präziser und weitgehend automatisiert berechnen. Die neue Methode basiert auf bestehenden Unternehmensdaten, insbesondere Einkaufslisten und Buchhaltungsdaten. Diese Daten nutzen die Projektpartner, um ein sprachmodellbasiertes KI-System zu trainieren. Das System erkennt Zusammenhänge zwischen Produktarten, Materialien und Emissionsfaktoren und kann durch zusätzliche Lieferanteninformationen weiter präzisiert werden. Mit ergänzenden ingenieurwissenschaftlichen Berechnungen werden diese Ergebnisse validiert.
Erste Projektergebnisse
Bisherige Arbeiten des im Mai 2025 gestarteten Projekts mit den Unternehmen Felix Schoeller, Förster Kunststofftechnik (KSU), Patavo, SchwörerHaus (KSU), SKF Marine, technotrans, Weidmüller (KSU) und Windmöller & Hölscher zeigen, welches Potenzial in KI-gestützter Scope 3-Erfassung steckt:
- Bis zu 80 % Zeitersparnis bei der Analyse von Scope 3.1-Daten.
- Automatische Prüfung und Zuordnung aller verfügbaren Daten bis zum Vergleich mit ähnlichen Produkten anderer Hersteller.
- Wiederverwendbare Modelle, die den künftigen Pflegeaufwand erheblich reduzieren.
- Deutliche Reduzierung manueller Arbeit durch eine integrierte, intelligente Datenverarbeitung.
- Routinefälle laufen vollautomatisiert, wodurch Berichte schneller und konsistenter erstellt werden können.
- Produktgraphen dokumentieren die genutzten Datenquellen der KI. Dadurch wird eine lückenlose Nachvollziehbarkeit von eingekauften Materialien bis zu den daraus resultierenden Emissionen garantiert.
- Lückenhafte und nicht aufbereitete Beschaffungslisten und Stammdaten können genutzt werden.
- Zusätzlich automatisierte Erfassung und Pflege von Stammdaten im Einkauf steigert Effizienz.
Projektleiter Dr. Ron-Hendrik Hechelmann vom Fachgebiet umweltgerechte produkte und prozesse (upp) der Universität Kassel sagt: „Mit diesen Fortschritten kommen wir unserem Ziel einen großen Schritt näher, die Erfassung von Scope 3-Emissionen einfacher, effizienter und für Unternehmen jeder Größe zugänglich zu machen.“
Unternehmen können noch bis Ende Januar 2026 ins Projekt einsteigen. Bei Interesse schreiben Sie uns eine E-Mail an: geschaeftsstelle@klimaschutz-unternehmen.de
