"Nachgefragt ..." bei Andreas Feicht

Andreas Feicht ist Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In unserer Rubrik „Nachgefragt“ befragen wir in loser Folge bekannte Experten und führende Köpfe zum Klimaschutz und damit verwandten Themen.

Rund 40 % des Stromverbrauchs werden schon heute durch Erneuerbare Energien gedeckt.

Herr Feicht, die Energiewende ist ein Großprojekt unseres Landes. Wie steht es darum?

Wir haben in der Vergangenheit wichtige Weichen gestellt, die bedeutendste war wohl der erfolgreiche Ausbau der Erneuerbaren Energien. Sie liefern inzwischen knapp 40 Prozent des Stromverbrauchs. Der Abschlussbericht der Kommission Wachstum Strukturwandel und Beschäftigung aus diesem Frühjahr markiert einen weiteren Meilenstein. Er weist einen Weg, wie wir die  Kohleverstromung sozial und wirtschaftlich verträglich zurückfahren und so die Emissionen im Strombereich signifikant reduzieren können. Außerdem haben wir es geschafft unseren Energieverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln.

Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Weichen, die gestellt werden müssen, damit Deutschland seine Klimaschutzziele erreicht?

Einer der wirkungsvollsten Hebel ist mehr Energieeffizienz. Nur wenn wir unseren Primärenergieverbrauch massiv reduzieren, können wir unsere Klimaziele erreichen. Mein Haus erarbeitet derzeit eine umfassende Energieeffizienzstrategie, die aufzeigt, wie wir unsere Effizienzziele in 2030 erreichen können. Mit einem überarbeiteten Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE 2.0) werden wir die dafür erforderlichen Maßnahmen anstoßen. Der netzsynchrone Ausbau der Erneuerbaren Energien ist eine weitere wichtige Baustelle. Hierbei müssen wir alle Bürger mitnehmen, um die Akzeptanz der Energiewende zu sichern.

Klimaschutz und Energieeffizienz bedeutet immer auch Investitionen, neue Technologien und Modernisierung. Können wir das allein dem Markt überlassen oder inwiefern sollte der Staat hier unterstützen?

Der Staat sorgt zunächst für klare und stabile Rahmenbedingungen. Das erhöht die Investitions- und Planungssicherheit für alle Akteure. Nur so lassen sich die zusätzlichen Investitionen mobilisieren, die für eine erfolgreiche Energiewende und moderne Infrastruktur erforderlich sind. Energieeffizienz lohnt sich: Aber nur wenn die Akteure wissen, wo ihre Einsparpotenziale konkret liegen, können sie sich energieeffizient verhalten. Nicht alle Akteure sind so gut informiert und engagiert wie die Klimaschutzunternehmen. Deswegen bietet die Bundesregierung ein breites Angebot an Beratungsleistungen aber auch Fördermöglichkeiten an. Mit Hilfe der Förderstrategie des BMWi werden Effizienzinvestitionen technologie- und akteursoffen gefördert.

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