Bei einem von den Klimaschutz-Unternehmen zusammen mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Fachgebiet umweltgerechte produkte und prozesse (upp) der Universität Kassel organisierten Lunchtalk zu Kreislaufwirtschaft und Herausforderungen für die Branche diskutierten
- Matthias Lesch, Geschäftsführer Pöppelmann Holding GmbH & Co. KG
- Angelika Smuda, Referentin Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie und Ressourceneffizienz im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
- Michael Weigelt, Geschäftsführer TecPart Verband Technische Kunststoff-Produkte e.V.
mit Moderator Ulf Jacob von der DBU auf der Kunststoffmesse K in Düsseldorf am 9. Oktober 2025 Fragen wie
- Wie blicken Unternehmen aus dem Kunststoffsektor auf die nächsten fünf Jahre?
- Wie können sie sich vorbereiten und was hilft ihnen bei der Umstellung auf Kreislaufwirtschaft?
- Wie wirken sich politische Rahmenbedingungen wie die Europäische Verpackungsverordnung PPWR oder die Alt-Fahrzeuge- Verordnung ELV auf sie aus?
- Welche Impulse sind vom Circular Economy Action Plan der EU und der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie zu erwarten?
Tec-Part Geschäftsführer Michael Weigelt beschrieb Herausforderungen für Kunststoffhersteller und -verarbeiter durch Rezyklateinsatzquoten und knapp werdende Rezyklate: „Hier werden dann Quoten diskutiert, die auf Rohstoffe zurückgreifen werden, die derzeit für die Verpackung genutzt werden. Also die Abfallströme. Wir werden einen massiven Wettbewerb bekommen und das trifft dann auch da die Hersteller. Haben wir denn am Ende genügend Rezyklate und wenn ja, was werden sie kosten?“ Er plädierte für bessere Rahmenbedingungen und niedrigere Energiepreise für Recycler und „Instrumente wie CO2-Zertifikate oder die Beispiele, die jetzt aus Frankreich kommen, wo wir einen Ansporn in diese Produkte honorieren können. Und das muss möglichst schnell passieren!“
Angelika Smuda vom Bundesumweltministerium ging auf das geplante Aktionsprogramm zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie ein: „Wir wollen ein Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ aufsetzen für z. B. zirkuläres Design, zirkuläre Geschäftsmodelle, Anlagen zur Sortierung, Sammlung und Recycling aber auch Themen wie Refurbishment oder Remanufacturing.“
Pöppelmann-Geschäftsführer Matthias Lesch erzählte, was heute ohne vorgeschriebene Einsatzquoten läuft: „Für unser Gesamtportfolio sind aktuell 50% unserer eingesetzten Materialien Rezyklate und unsere Kunden und wir realisieren diese Beispiele nicht, weil irgendeiner muss. Wir realisieren die auch nicht, weil uns Brüssel, Berlin oder sonst jemand hilft, sondern weil wir Partner gefunden haben, die sagen, lass uns anfangen, lass uns machen. Ist das gerade wirtschaftlich einfach? Nein, nicht wirklich. Aber ist es machbar!“ Sein Appell: „Mir ist es auch wichtig, dass wir das Alibi der Regulierung und was technisch alles nicht geht, ablegen. Denn was wir in unseren Projekten erleben, ist, wenn wir irgendeinen in der Wertschöpfungskette haben, der sagt, ich will dieses Projekt eigentlich lieber nicht, in Kreislaufwirtschafts-Umsetzung, dann findet der Gründe und die sind alle richtig.“
Den ganzen Lunchtalk können Sie sich auf dem YouTube-Kanal der DBU ansehen.
Pöppelmann ist eins von 13 Unternehmen aus verschiedenen Branchen wie Abfall, Kunststoffe, Logistik, Medizin, Metall oder Textil, die am DBU-geförderten Kooperationsprojekt „Wege zum zirkulären Geschäftsmodell“ vom Verband Klimaschutz-Unternehmen und dem Fachgebiet umweltgerechte produkte und prozesse (upp) der Universität Kassel teilnehmen. Untersucht werden welche Herausforderungen und Lösungsansätze die Projektunternehmen mit unterschiedlichen Funktionen in Kreisläufen wie Produktion, Dienstleistungen oder Recycling bei der Umstellung auf zirkuläre Geschäftsmodelle sehen. Mehr Informationen dazu hier.